Praxisnahe Erfolge mit SAP Build Process Automation – drei Projekte aus unserem Beratungshaus

SAP Build Process Automation (SAP BPA) ermöglicht es Unternehmen, wiederkehrende Abläufe schnell zu digitalisieren, zu standardisieren und zu automatisieren – ganz ohne tiefes Coding-Know-how. In den letzten zwei Jahren haben wir über zwanzig SAP BPA-Einführungen begleitet. Drei besonders illustrative Use Cases zeigen, wo die Lösung in der Praxis echten Mehrwert stiftet.

1. Materialstamm-Anlage in der diskreten Fertigung

Ausgangslage. Ein globaler Maschinenbauer musste bis zu zwölf SAP-Transaktionen manuell bedienen, um einen neuen Materialstamm anzulegen. Tippfehler, fehlende Attribute und Medienbrüche führten regelmäßig zu Rückfragen in der Fertigung – mit teuren Produktions­stillständen als Folge.

Lösung. Wir modellierten einen geführten Workflow in SBPA: Ein zentrales Webformular sammelt alle Pflichtfelder, Eingaben werden sofort gegen S/4HANA-Validierungs­regeln geprüft. Anschließend übernimmt ein Bot die Anlage in MM01/MM02, legt Stücklisten an und triggert automatisch Folgeprozesse im Engineering Control Center.

Ergebnis. Durchlaufzeit -70 % (von drei Tagen auf sechs Stunden), Daten­qualität 98 % “First Time Right”, jährliche Einsparung von über 1 200 Stunden manueller Datenerfassung.

2. Automatisierte Eingangsrechnungs­prüfung im Shared Service Center

Ausgangslage. Ein Konsumgüter­hersteller erhielt täglich rund 1 500 Lieferanten­rechnungen. Die Prüfung gegen Bestellungen und Wareneingänge erfolgte manuell in MIRO; Abweichungen wurden per E-Mail eskaliert – zeitaufwändig und fehleranfällig.

Lösung. Mit SAP BPA kombinierten wir OCR-basierte Dokumenten­erkennung, Geschäfts­regeln und einen flexiblen Genehmigungsflow. Der Bot liest PDF-Rechnungen aus, gleicht sie mit PO-Daten in S/4HANA ab und bucht sie bei Übereinstimmung dunkel. Bei Toleranz­verletzungen startet ein mobiles Approval in Microsoft Teams.

Ergebnis. 85 % Dunkelbuchungsquote, Skonto­verluste um 40 % reduziert, vollständige Transparenz durch Process Visibility-Dashboards.

3. Digitales Mitarbeiter-Onboarding für eine Retail-Gruppe

Ausgangslage. In einer europaweit tätigen Handels­kette waren HR, IT und Facility Management an über 30 Onboarding-Schritten beteiligt – vom Vertrag über System-Accounts bis zur Laptop-Übergabe. Jedes Team arbeitete mit eigenen Checklisten.

Lösung. Wir modellierten die End-to-End-Journey in SBPA: HR stößt den Flow direkt aus SuccessFactors an, das System erzeugt Tasks für Active Directory, SAP IDM und ServiceNow, ein Bot ruft DHL-Labels für den Hardware-Versand ab. Echtzeit-Dashboards zeigen, welche Aufgaben bis zum ersten Arbeitstag noch offen sind.

Ergebnis. Onboarding-Zeit von durchschnittlich zwölf auf fünf Tage verkürzt, Net-Promoter-Score neuer Mitarbeitender um 23 Punkte gestiegen, seit Go-Live keine vergessenen Berechtigungen mehr.

Key Takeaways

Die drei Beispiele zeigen: SAP Build Process Automation ist weit mehr als ein weiteres RPA-Tool. Die Plattform vereint Workflow, Formular-UI, Geschäfts­regeln und Bots unter einer Oberfläche und integriert sich nahtlos in das SAP-Ökosystem. Unternehmen, die repetitive Abläufe mit hohem Volumen, vielen beteiligten Rollen oder komplexen Compliance-Regeln optimieren wollen, erzielen einen schnellen ROI – oft innerhalb weniger Monate. Unser Tipp: Starten Sie mit einem klar umrissenen Pilotprozess, messen Sie die Effekte transparent und skalieren Sie dann iterativ auf weitere Fachbereiche. So wird Prozess­automatisierung vom Einzelprojekt zur strategischen Erfolgsgeschichte.

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JAN OSTERMANN
Head of Technology & AI